Gesichter

Die Physische Attraktivität des weiblichen Gesichtes

Sozialer Kontext

Was ich bei meinen Ausführungen bisher wohlwissendlich und absichtlich nicht einfließen lassen habe, weil sie nicht Gegenstand der Hausarbeit war, möchte ich an dieser Stelle zur Evaluation unbedingt noch zur Sprache bringen: Die Rolle des sozialen Kontextes von physischer Attraktivität.
Es ist nicht immer klar zu erkennen, inwieweit soziale Kontexte bei den Beurteilungen in den Studien eine Rolle spielten. Inwieweit sind interindividuelle Unterschiede bei den Präferenzen von weiblicher Schönheit auf die sozialen Einflüsse zurückzuführen und inwieweit evolutionsbiologisch erklärbar? Wie viel ist an Schönheitskriterien angeboren und wie viel erlernt? Hassebrauck und Niketta betonen in ihrem Buch „Physische Attraktivität“ (1993) die Wichtigkeit zwischen „interpersoneller Attraktion im Sinne von Sympathie und Mögen und sexueller Attraktion (einschließlich Liebe)“ zu unterscheiden. Ebenso machen sie auf das Problem des „Halo-Effektes“ aufmerksam, bei der es sich um die automatische, stereotype Zuschreibung von guten Persönlichkeitszuschreibungen auf attraktive Gesichter handelt.
Es zeigte sich in Studien, welch großes Gewicht dem Schönheitsstereotyp in sozialen Interaktionen und bei Sympathiebeurteilungen zukommt (Ebner, B. & Gathmann, S. & Wiederman, A., In: Hergovich, 2002). Umso mehr ist die sozialpsychologische Sicht in Hinblick auf die soziale Ausgrenzung von als weniger attraktiv deklarierten Menschen von großer Bedeutung.
Uns wird heute praktisch ununterbrochen von der Werbung in den Medien suggeriert, was heutzutage schön ist und was ganz sicher nicht und was mit bestimmten physischen Merkmalen assoziiert wird. Es ist also nahezu unmöglich, sich mit dem „Problem“ der physischen Attraktivität zu befassen und dabei die sozialen Einflüsse völlig außer Acht zu lassen.
Wie die zahlreichen Medien zeigen, haben sich die Attraktivitätsstandards über Jahrzehnte hinweg immer wieder verändert und neu definiert (bestes Beispiel ist die immer dünner gewordene weibliche Figur). Es ist eine zunehmende „Verwestlichung“ von Attraktivitätsstandards in nicht-westlichen Kulturen zu verzeichnen, so dass man auch hier nur in wenigen Fällen von Unterschieden, die von kulturellen Einflüssen herrühren, sprechen kann.

Nach eingehender Beschäftigung mit dem heutigen Forschungsstand der physischen Attraktivität plädiere ich für eine „Synthese“ aller Forschungsrichtungen, die sich mit physischer Attraktivität beschäftigen und darüber mehr Einsicht geben können. Insbesondere jedoch halte ich es für notwendig, die Sozial-, Evolutions- und kognistische Psychologie nicht länger als getrennte, voneinander unabhängige Forschungsrichtungen zu betrachten, sondern sie miteinander zu verbinden, um so quantitativ und qualitativ eindeutige und wertvolle Kenntnisse über die Kriterien und Wirkung von physisch attraktiven Gesichtern zu gewinnen.

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